Fehlerbehebung

Wichtig

Wenn es zu Problemen im Zusammenspiel von Master- und Client-Computern kommt, sollte zunächst immer sichergestellt werden, dass auf allen Computern eine identische Veyon-Konfiguration eingesetzt wird. Zur Fehlervermeidung ist es dabei generell empfehlenswert, die Konfiguration nicht manuell über den Veyon Configurator zu importieren, sondern diesen Vorgang über die Installation oder Kommandozeilenschnittstelle zu automatisieren. Die Konfiguration muss auch bei jeder Änderung im Rahmen der Fehlersuche auf alle betroffenen Computer übertragen werden.

Zugriff auf Computer ist nicht möglich

Wenn der Zugriff auf einen Computer über den Veyon Master nicht möglich ist, kann dies mehrere Ursachen haben.

Netzwerkprobleme

Zunächst sollte die grundlegende Erreichbarkeit des Computers über das Netzwerk überprüft werden. Nutzen Sie dafür das (üblicherweise jedem Betriebssystem beiliegende) Hilfsprogramm ping, um Verbindungsprobleme zu diagnostizieren.

Probleme mit dem Veyon-Dienst

Wenn der Computer über den Ping-Befehl erreichbar ist, muss kontrolliert werden, ob der Veyon-Dienst korrekt läuft. Öffnen Sie dazu den Veyon Configurator und öffnen die Konfigurationsseite Dienst. Im Abschnitt Allgemein sollte der Status des Diensts mit dem Wert Läuft angezeigt werden. Andernfalls kann der Dienst über die Schaltfläche Dienst starten gestartet werden. Ist dies nicht erfolgreich, kann eine Neuinstallation von Veyon Abhilfe schaffen. Ändert auch eine Neuinstallation nichts an der Situation, können Sie in den Logdateien des Veyon-Diensts sowie den Systemmeldungen des Betriebssystem nach Fehlermeldungen und -ursachen suchen. Zusätzlich ergeben sich in der Dienstverwaltung des Betriebssystem ggf. weitere Hinweise oder Einstellmöglichkeiten.

Dienst- und Firewalleinstellungen

Läuft der Dienst, muss sichergestellt sein, dass er auf dem korrekten Netzwerkport auf eingehende Verbindungen lauscht. Dies kann auf dem lokalen Computer mit Hilfe von telnet überprüft werden:

telnet localhost 11100

Neben allgemeinen Programmausgaben muss die Zeichenkette RFB 003.008 ausgegeben werden. Ist die Ausgabe nicht wie erwartet, sind die Netzwerkporteinstellungen sowie die Sonstigen Netzwerkeinstellungen, speziell der Veyon-Server-Port, zu überprüfen und ggf. auf ihre Vorgabewerte zurückzusetzen.

Im nächsten Schritt muss der gleiche Zugriff auch von einem anderen Computer im Netzwerk aus möglich sein. Auch hier kann telnet zur Diagnose genutzt werden, wobei das Programmargument localhost durch den Name oder die IP-Adresse des entsprechenden Computers ersetzt werden muss. Scheitert der Zugriff, muss sichergestellt werden, dass die Option Nur Verbindungen vom lokalen Computer erlauben in den Sonstigen Netzwerkeinstellungen deaktiviert ist. Auch die Computerzugriffskontrolle sollte zunächst deaktiviert werden, da der Dienst automatisch nur auf localhost lauscht, wenn aufgrund aktuell zutreffender Regeln der Zugriff von außen ohnehin nicht erlaubt ist. Wenn beide Einstellungen in Ordnung sind, muss aus der Ausgabe von

netstat -a

ersichtlich sein, dass der Dienst auf Port 11100 nicht (nur) auf localhost bzw. 127.0.0.1 lauscht (Status LISTEN, ABHÖREN o.ä.).

Scheitert der Portzugriff von außen weiterhin, verhindert in aller Regel eine Firewall den Zugriff und muss entsprechend umkonfiguriert werden. Unter Linux betrifft das die Einstellungen von iptables, ufw o. ä. Konsultieren Sie hierzu die jeweiligen Handbücher der verwendeten Software. Unter Windows wird die im Betriebssystem integrierte Windows-Firewall von Veyon automatisch konfiguriert, sofern in den Sonstigen Netzwerkeinstellungen die Option Firewall-Ausnahme aktivieren auf ihren Vorgabewert (aktiviert) gestellt ist. Wird eine Firewall-Lösung eines Drittanbieters eingesetzt, muss diese so konfiguriert werden, dass die TCP-Ports 11100 (Veyon-Server-Port) sowie 11400 (Demo-Server) von außen erreichbar sind.

Authentifizierungseinstellungen

Eine weitere Fehlerursache können falsche oder unzureichende Authentifizierungseinstellungen sein. Für erste Tests sollte daher auf beiden Computern immer die Anmelde-Authentifizierung anstatt der Schlüsseldatei-Authentifizierung gewählt werden. Sobald der Test der Authentifizierung am lokalen Computer erfolgreich ist, funktioniert auch der Zugriff von außen.

Wenn die Schlüsseldatei-Authentifizierung eingesetzt wird, muss diese aktiviert werden und die Schlüsseldateien auf Master- und Client-Computer müssen zusammenpassen. Auf dem Client-Computer muss die öffentliche Schlüsseldatei exakt den selben Inhalt wie auf dem Master-Computer haben. Ist der Zugriff dennoch nicht möglich, sind unter Umständen die Zugriffsrechte auf die Schlüsseldateien nicht in Ordnung. Der Veyon-Dienst muss Lesezugriff auf die öffentliche Schlüsseldatei haben, während der Nutzer des Veyon Masters die private Schlüsseldatei lesen können muss. Besteht der Fehler weiterhin, müssen die Schlüsseldateiverzeichnisse auf allen Computern gelöscht werden und auf dem Master-Computer ein neues Schlüsselpaar erstellt werden. Anschließend muss der öffentliche Schlüssel auf allen Client-Computern erneut importiert werden.

Einstellungen für die Computerzugriffskontrolle

Auch eine fehlerhafte Konfiguration der Computerzugriffskontrolle kann dazu führen, dass auf einen Computer nicht zugegriffen werden kann. Im ersten Schritt empfiehlt es sich, über den Veyon Configurator die Computerzugriffskontrolle komplett zu deaktivieren. Nun kann festgestellt werden, welche der eingestellten Methoden für die Computerzugriffskontrolle evtl. fehlerhaft konfiguriert ist.

Werden Autorisierte Benutzergruppen für Computerzugriff eingesetzt, muss überprüft werden, ob die Liste der autorisierten Benutzergruppen vollständig ist und der zugreifende Benutzer Mitglied in einer dieser Benutzergruppen ist.

Falsch konfigurierte Zugriffskontrollregeln können ebenfalls Ursache dafür sein, dass ein Computerzugriff nicht möglich ist. So muss es in jedem Fall mindestens eine Regel geben, über die der Zugriff unter bestimmten Bedingungen erlaubt wird. Wenn dies sichergestellt ist, kann zur weiteren Fehlersuche eine temporäre Regel am Ende der Liste eingefügt werden, bei der die Option Regel immer verarbeiten und Bedingungen ignorieren aktiviert und die Aktion Zugriff erlauben ausgewählt ist. Diese Regel kann dann schrittweise so lange in der Regelliste nach oben verschoben werden, bis der Test die gewünschten positiven Ergebnisse liefert und der Zugriff funktioniert. Die direkt unterhalb der Testregel befindliche Zugriffsregel ist dann Ursache für die Zugriffsverweigerung und kann näher untersucht und entsprechend korrigiert werden. Die Testregel muss im Anschluss wieder entfernt werden, um keinen unbeabsichtigten Zugriff zu ermöglichen.

Antiviren-Software

Es wurde von einigen Benutzern berichtet, dass eine installierte Antivirensoftware Probleme mit Veyon verursacht hat, insbesondere in Bezug auf den Veyon-Dienst. Im Rahmen der Fehlersuche sollten Sie die Antivirensoftware vorübergehend deaktivieren, um herauszufinden, ob die Antivirensoftware die Fehlerursache ist. Wenn ja, versuchen Sie, eine Ausnahme für den Veyon-Dienst hinzuzufügen, nachdem Sie die Antivirensoftware erneut aktiviert haben. Alternativ wenden Sie sich an den Hersteller Ihrer Antivirensoftware, um weitere Unterstützung zu erhalten.

Zeitsynchronisierungsprobleme

Bei der Verwendung der Anmeldeauthentifizierung benötigt Veyon eine zuverlässige Benutzerauthentifizierung auf allen Remote-Computern durch das Betriebssystem. Insbesondere in AD/Kerberos-basierten Umgebungen funktioniert die Authentifizierung möglicherweise nicht zuverlässig, wenn die Systemuhr nicht mit dem Domänencontroller oder dem Authentifizierungsserver synchronisiert ist und stark abweicht. Stellen Sie daher sicher, dass die Zeitsynchronisation konfiguriert ist und ordnungsgemäß funktioniert, wenn Sie bei der Verwendung von Veyon sporadische Verbindungsprobleme feststellen.

Einstellungen werden nicht korrekt gespeichert/geladen

Nach dem Update auf eine neue Version von Veyon kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass einige Konfigurationsschlüssel inkonsistent sind und neu erstellt werden müssen. Dies kann sich darin äußern, dass Einstellungen nicht korrekt gespeichert bzw. wieder geladen werden, beispielsweise lokale Standort- und Computerinformationen. In diesem Fall sollte die Konfiguration zurückgesetzt werden und auf Basis der Vorgabewerte neu erstellt werden.

Standorte und Computer aus LDAP-Verzeichnis werden im Veyon Master nicht angezeigt

Stellen Sie sicher, dass:

  • auf der Konfigurationsseite Allgemein das Netzwerkobjektverzeichnis auf den Wert LDAP Basic oder LDAP Pro eingestellt ist
  • die LDAP-Integrationstest Alle Einträge eines Standortes auflisten sowie Alle Standorte auflisten erfolgreich sind und die passenden Objekte zurückgeben
  • auf der Konfigurationsseite Master die Optionen zur Feineinstellung des Verhaltens auf ihren Vorgabewerten eingestellt sind

Die automatische Auswahl des aktuellen Standortes funktioniert nicht

Wenn die Option zur automatischen Auswahl des aktuellen Standortes aktiviert ist, beim Start des Veyon Masters aber keine Wirkung zeigt, sollte zunächst sichergestellt werden, dass der Master-Computer auch im Netzwerkobjektverzeichnis für den jeweiligen Standort als Computer aufgeführt ist.

Besteht das Problem weiterhin, obwohl alle Einträge im Netzwerkobjektverzeichnis korrekt sind, liegt meistens ein Problem mit der DNS-Konfiguration im Netzwerk vor. Stellen Sie sicher, dass Computernamen in IP-Adressen aufgelöst werden können und Reverse-Lookups von IP-Adressen die entsprechenden Computernamen zurückgeben. Unter den meisten Betriebssystemen steht hierfür das DNS-Diagnosewerkzeug nslookup zur Verfügung. Der Aufruf des Programms mit dem lokalen Computername als Argument muss eine gültige IP-Adresse zurückliefern. Ein zweiter Aufruf mit der ermittelten IP-Adresse muss wiederum den Computername zurückgeben.

Arbeitet die Funktion trotz korrektem DNS-Setup nicht wie gewünscht, kann im zweiten Schritt der Loglevel auf den höchsten Wert (Debugmeldungen und alles andere) gesetzt werden. Nachdem der Veyon Master erneut gestartet wurde, kann in der Logdatei VeyonMaster.log im Logdateiverzeichnis nach weiteren Fehlerursachen gesucht werden. Hierbei geben die Zeilen mit den Meldungen „initializing locations“ sowie „found locations“ Aufschluss darüber, welche Hostnamen und IP-Adressen für die Standortermittlung verwendet wurden und welche Standorte anhand dieser Informationen schließlich ermittelt wurden.

Bildschirmsperre kann über Strg+Alt+Entf umgangen werden

Damit sämtliche Tastatureingaben und Tastenkombinationen im Modus Bildschirmsperre vollständig blockiert werden, ist nach der Veyon-Installation unter Windows ein Neustart des Computers erforderlich. Ohne Neustart ist der Veyon-spezifische Treiber für Eingabegeräte noch nicht aktiv und Tastatureingaben können somit noch nicht abgefangen werden.

Im Demo-Modus wird auf Client-Computern nur ein schwarzer Bildschirm oder ein schwarzes Fenster angezeigt

Stellen Sie sicher, dass:

  • auf der Konfigurationsseite Dienst unter den Netzwerkportnummern der Demoserver-Port auf dem Vorgabewert 11400 eingestellt ist
  • auf der Konfigurationsseite Dienst die Firewall-Ausnahmen auf dem Master-Computer aktiviert sind bzw. eine Drittanbieter-Firewall so konfiguriert ist, dass eingehende Verbindungen auf TCP-Port 11400 möglich sind
  • der Benutzer des Veyon Masters Zugriff auf den eigenen Computer (d. h. den lokalen Veyon-Dienst) hat. Im Zugriffsregelwerk verbietet u. U. eine Regel den Zugriff auf den Computer, wenn ein Lehrer angemeldet ist. In diesem Fall sollte eine möglichst weit am Anfang angeordnete Regel mit der aktivierten Bedingung Zugreifender Computer ist localhost erstellt werden, die den Zugriff erlaubt. Andernfalls kann der Demoserver nicht auf den Bildschirminhalt des Lehrer-Computers zugreifen und an die Client-Computer verteilen.

Veyon Server stürzt mit XIO- oder XCB-Fehlern unter Linux ab

Es gibt bekannte Probleme mit bestimmten Versionen von KDE und Qt unter Linux, die den Veyon-Server zum Absturz bringen. Das betrifft ebenso verschiedene andere VNC-Server-Implementierungen. Wenn Sie von solchen Abstürzen betroffen sind, wird empfohlen, KDE/Qt zu aktualisieren. Als letzte Notlösung können Sie die X-Damage-Erweiterung in der VNC-Server-Konfiguration deaktivieren. Dies hat jedoch negative Auswirkungen auf die Gesamtperformance und erhöht die Prozessorlast.